August 2010

LAVERDA 750 GT

Dies ist eine kleine Erfolgsgeschichte von unserem aktiven Mitglied Jürg Strehler, der in den Anfängen der Neunzigern eine LAVERDA-Ruine von Italien importiert hat und mit viel Mühe und Detailarbeit eine wunderschöne LAVERDA 750 GT wieder zum Leben erweckt hat. Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, dass ein restauriertes Fahrzeug auch noch intensiv gefahren wird, viele verschwinden in privaten Sammlungen auf fast Nimmerwiedersehen. Nach dem Motto "zum Fahren sind sie ja viel zu schade", ja für was denn dann???

Die Auferstehung von Jörg Strehler

Auf einem Erdhaufen unter Plastikfetzen und Steinen habe ich sie (die 750 GT) ca. 1986 das erste Mal gesehen. Ein trauriger Anblick, verbogener Rost und Erde, und niemand im Dorf wusste damals,  wem sie gehört.
Fünf Jahre später während eines verregneten Wochenendes besuchten wir meine Eltern dort auf dem Campingplatz und da erinnerte ich mich wieder. Irgendwo da draussen liegt eine alte LAVERDA 750 GT "begraben". Den ganzen Samstag Nachmittag haben meine Frau und ich, bei strömendem Reger, in und um die dort neu erstellte Wohnsiedlung vergebens gesucht.
Vor Jahren war da noch Wiese, und jetzt ist alles grosszügig verbaut.
"Meine" LAVERDA unter einem dieser Häuser als Bauschutt und Füllmaterial missbraucht? Wäre möglich und würde zum neuen Wohlstand passen. Etwas oberhalb dieser Siedlung gibt's eine feine Trattoria und dahin luden meine Eltern uns zum Nachtessen ein. Das "über-jede-Mauer-sehen" brachte aber erst auf dem späten Heimweg den erhofften Erfolg. Ob es am Merlot gelegen hat, kann ich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Vater Strehler entdeckte trotz dunkelster Nacht, im ungepflegten Winkel eines Einfamillenhausgarten, so etwas wie einen Bremshebel, der unter Plastikfetzen und Dreck hervorschaute.

GT ohne Motor

Der Motor ist noch komplett
 

Ergebnis eines verlorenen Kampfes

 

Sonntagmittag verhandeln wir, natürlich bei strömendem Regen mit dem Hausbewohner. Er sei mit der GT täglich von Domaso am oberen Comersee nach Lugano zur Arbeit gefahren und habe sie nach einer unerfreulichen Begegnung - LAVERDA gegen Auto - für eine schnellere Kawa eingetauscht. Ich könne die Ruine nicht mitnehmen, sie gehöre immer noch dem Händler.
Nach anfänglich zähen Verhandlungen und einem vergeblichen Abholversuch im Spätherbst '91 konnte ich die LAVERDA GRAN TURISMO No. *1288* endlich am 6. Februar 1992 einladen und mit nach Hause nehmen.

Am 7. September 1992 sind wir mit provisorischem Sattel (Brett und Schaumgummi mit Plastik überzogen) nach Breganze an die Hochzeitsfeier unserer Freunde gefahren, wo auch das Foto vor der Kirche auf der Piazza Mazzini entstand.

Dank grosser Hilfe vieler Freunde aus der Schweiz, aber vor allem aus Breganze, ist das Motorrad wieder voll im Einsatz, so auch auf der Fahrt zum 750er Jubiläumstreffen nach Belgien mit einigen IG-Kameraden.

Nach der Restauration mit noch fremden Auspufftöpfen

Ist sie nicht schön… die im Vordergrund!!!
 

Meine GT erhielt inzwischen auch Original-Auspuffkrümmer und Gummigriffe, auch der Gasgriff und die Gabeltauchrohre wurden restauriert.
Seit ihrer Restaurierung habe ich über 100’000 km ohne grosse Probleme zurückgelegt.  

Bericht: Arwed Bufe