Mai 2008

LAVERDA 750 SF2 von Urs Hunkeler

Seit 1984 bin ich mit dem LAVERDA-Virus infiziert und hatte seit damals bereits einige LAVERDAs gefahren und besessen. Einiges dazu könnt ihr bei der LdM März 2006, meiner LAVERDA RGS Corsa, nachlesen.

Da ich es in den 80er Jahren verpasst habe, eine der damals sehr günstigen angebotene 750er zu kaufen, habe ich dies nun nachgeholt. Die SF2 möchte ich gerne für genüssliche (Fahrausweis schonende) Fahrten zu Anlässen und Treffen in der Klassik-Szene nutzen.

Die SF2 hat bereits vorne Scheibenbremsen, aber noch die klassischen schönen Speichenräder mit Hochschulterfelgen. Für den Einsatz im heutigen Verkehrsfluss daher problemlos geeignet und nicht ganz so heikel und wartungsintensiv wie die alten Trommelbremsen. Der Lenker sollte ebenfalls relativ flach und tourentauglich sein. Bei einem Gespräch mit Hansruedi Möri hat er mir mitgeteilt, dass er ganz kürzlich von einem älteren Mitglied aus dem LCS drei 750er LAVERDAs abgekauft hat. Eine davon sei eine noch sehr schöne SF2; da wurde ich bereits etwas hellhörig. Er selber suche aber schon länger genau eine orange/silberne Formula, wie ich sie an der SwissMoto im Februar ausgestellt hätte, für sich selber. Meine Formula hatte ich schon länger zum Verkauf angeboten, daher wurden wir uns recht schnell einig und haben einen entsprechenden Tausch vereinbart. Der Wertunterschied landete direkt und in bar während dem Mittagessen in meiner Tasche.

Dann wurde noch ein provisorischer Termin für den Fahrzeugtausch vereinbart. HRM versprach, die SF2 noch durchzuchecken und fahrbereit zu machen. Am 27. April habe ich dann meine letzte Fahrt mit der Formula unternommen, eine wunderschöne Tour durch den Schwarzwald nach Arlesheim zum Italo-Day bei Ruedi Tanner in Arlesheim. Am Nachmittag dann noch eine ebenfalls rassige superschöne Fahrt durch den Jura zusammen mit Oscar Banz nach Aarburg, wo dann bei HRM die Fahrzeuge getauscht wurden. Dann nach einem kurzen Erfrischungshalt bei Oscar in Diessbach trug mich die SF2 gut 250 km über kleinere Nebenstrassen durchs Emmental und Luzerner Hinterland Richtung Sihlbrugg, ein kurzes Stück über die A3 von Richterswil nach Uznach und von da noch über die nächtliche Hulftegg nach Wängi. Ausser dass bereits nach 46 km der Antrieb des Tachos ausgefallen war, lief die Fahrt problemlos. Seither zählt die SF2 zu meinem aktuellen Fuhrpark und kommt sicher noch öfters zum Einsatz. Natürlich habe ich auch schon ein paar Sachen entdeckt, welche ich unbedingt noch verbessern sollte. Aber das ist bei einem über 30-jährigem Fahrzeug ja auch nicht sehr überraschend.

Auf alle Fälle ermöglicht die SF2 einen runden, flüssigen Fahrstil und man wird damit sicher nirgends zum Hindernis. ;-)
Ich freue mich auf alle Fälle auf viele schöne Fahrten, mit meiner neuen "Alten"!

Zusätzlich musste ich feststellen, dass die SF2 in unserer Rubrik LdM bisher gefehlt hatte, was sich mit diesem Bericht nun auch erledigt hat.

 


Auch nach über 30 Jahren immer noch eine Augenweide.


Bereits hier ein aufwendiger Vorschalldämpfer unter dem Motor. Die Abgase von linken Zylinder werden zum rechten Auspuff geführt und umgekehrt, plus zusätzlich gemischt. Leider schränkt dies die Schräglagenfreiheit etwas ein und könnte daher einer Optimierung zum Opfer fallen. Natürlich sollte der aufwendige Topf am besten konserviert werden, um ihm der Nachwelt zu erhalten. Eigentlich ist das Risiko zu gross, ihn beim Fahren zu ruinieren! ;-)


Das hübsche klassische Cockpit mit den ND Uhren.


Der 360° Twin von links (hier die Brems-Seite).


Von hinten schlank, aufgeräumt und klassisch.


Hier die rechte Seite mit Anlasser hinter und Lichtmaschine vor dem Zylinder.


Die damals sehr exklusiven Brembo 280er Doppelscheiben ermöglichen auch heute noch eine angemessene Verzögerung.


Auch von vorne schlank, die Zylinder kaum breiter als die Gabelstandrohre.


Der Nachwuchs übt schon mal den grimmigen Blick...


Wobei, für die richtige Kurventechnik ist wohl noch etwas Übung nötig ist! ;-)


Für die Pose vor dem Café reicht es aber schon fast.

 

   

Technische Daten

Motor

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 360 Grad Hubzapfenversatz

Ventilsteuerung

1 obenliegende Nockenwelle

Bohrung x Hub

80 x 74 mm

Hubraum

744 cm3

Leistung

ca. 61 PS bei 6700 U/min

Drehmoment

ca. 72 Nm bei 5000 U/min

Getriebe

Klauengeschaltetes Fünfganggetriebe

Rahmen

Brückenrohrrahmen

Bremsen

Brembo Scheibenbremsen, vorne 2x 280 mm, hinten Trommelbremse

Räder

Speichenräder mit Borani Hochschulter-Alufelgen

Bereifung

vorne 100/90x18, hinten 110/90x18

Gewicht

225 kg fahrbereit

Baujahr

1974

Besitzer

Urs Hunkeler