Dezember 2007

LAVERDA-Gespann "Tornado" von Roberto Z'Graggen

"Unikat"

Das Laverda-Gespann „Tornado“ ist ein Unikat und wird es auch bleiben. Viele Hürden sind zu überwinden, um ein Gespann durch die schweizerische Fahrzeugkontrolle zu bringen. Hürden, die nur zu überspringen sind, wenn man versucht, von Anfang an mit den zuständigen Stellen des Verkehrsamtes zusammenzuarbeiten. Dies hat Roberto Z’Graggen mit Erfolg so gehandhabt. Der Gedanke, neben seine diversen Laverdas noch ein Gespann anzuschaffen, kam irgendwann 1990. Aus diesem Gedanken wurde eine fixe Idee, und wer Roberto kennt, weiss, dass er äusserst hartnäckig eine Idee auch umzusetzen vermag. Die Suche nach einem Gespannbauer in der Schweiz zeigte sich als mühsames und erfolgloses Unterfangen. Ihnen waren der Aufwand und das Zulassungsrisiko zu gross. Zu guter Letzt fand sich in der Firma Hermeling in der Eifel ein Partner, der bereit war, das mit vielen Vorgaben gespickte Projekt zu realisieren. Auflagen wie: am Rahmen darf nicht geschweisst werden, alle drei 14-Zoll Räder müssen einfach zu demontieren sein, erschwerten die Umsetzung. Um überhaupt aus einem Laverda-Rahmen ein Gespann bauen zu können, ist eine Herstellerfreigabe nötig: diese zu bekommen, war für Roberto Z’Graggen dank seinen persönlichen Beziehungen zu Massimo Laverda kein unüberwindbares Problem. Als Basis diente das Fahrgestell einer 1981er Laverda. Der Grund dafür war, dass zu dieser Zeit die Lärmbestimmungen noch nicht so rigoros waren wie heute. Da man für ein Gespann nie genug Motorleistung haben kann, eignete sich nur der Dreizylinder SFC Motor von 1986 mit seinen rund 88 PS und einem Drehmoment von ca. 86 Nm für dieses Vorhaben. Der Wunsch nach einer einfachen Demontage des Antriebsrades setzte eine Einarmschwinge voraus. Diese entstand auf dem Konstruktionsbrett und wurde wie die linksseitig verbaute 3-in-1-Auspuffanlage (und viele Kleinteile) von Hans Wittwer umgesetzt. Der aus einer Honda RC-30 entnommen Endantrieb vervollständigte die Einarmschwinge. Zusammengebaut ergibt dieses Puzzle ein harmonisches Ganzes, das seinesgleichen sucht.

Ein grosses Lob an Roberto, der es geschafft hat, eine Idee umzusetzen und ein Laverda-Kunstwerk auf die Strasse zu stellen.

Bruno Schleiss