Januar/Februar 2007

LAVERDA 1000 Jota

Interview mit Ruedi Tanner

LCS-Redaktion: Ruedi, Du bist einer der eingeschworensten LAVERDA-Fahrer und Fans, die ich kenne, und Besitzer von zwei Jotas, zwei LZ 125 und einer 750 Formula. Wie bist Du auf die Marke LAVERDA gestossen?

Ruedi T.: Anfangs der 70er-Jahre fuhr ich verschiedene Marken wie Triumph, Yamaha, Honda. Dann habe ich irgendwie die LAVERDA 750 SF entdeckt. Dieses Motorrad hat mir einerseits optisch sehr gefallen und andererseits hat mich speziell der Ton des Motors angesprochen, dieses dumpfe Grollen aus den beiden Auspufftöpfen in Kombination mit dem mechanischen "Mahlen" des Paralleltwins (Anmerkung der Redaktion: für die Beschreibung des Tons brauchte er das nicht jugendfreie Wort "g..l"). Zudem war es eine Motorradmarke, die man nicht an jeder Strassenecke sehen konnte. Für einen Individualisten wie mich ist das natürlich wichtig! (Anmerkung der Redaktion: Er lächelt und zwinkert mit den Augen)

LCS-Redaktion: Von da an bist Du der Marke LAVERDA immer treu geblieben?

Ruedi T.: Ja, mit Ausnahme von zwei Kreidler Florett habe ich keine anderen Motorräder mehr gefahren. Von diesen Kreidlern habe ich mich in der Zwischenzeit aber getrennt.

LCS-Redaktion: Wie ging es dann weiter in Deiner Biker-Karriere?

R. Tanner: Als anfangs der 80er-Jahre die 1000er Jota in oranger Farbe mit silbernem Rahmen vorgestellt wurde, konnte ich nicht widerstehen und habe mir ein solches Motorrad gegönnt. Diese Jota bin danach 10 Jahre lang gefahren und war in jeder Beziehung absolut happy und zufrieden damit: Gute Fahrleistung, geniales Fahrwerk, hohe Zuverlässigkeit und natürlich das g..le (Anmerkung der Redaktion: "tolle") Aussehen! Dann im Jahre 1990 erfuhr ich, dass ganz in meiner Nähe eine ebenfalls orange Jota mit einer Chicco-Vollverkleidung zu verkaufen war. Eine vollverkleidete Maschine als Ergänzung zum unverschalten Bike wäre doch noch was! Besonders für längere Touren würde die Verkleidung einen gewissen Windschutz bieten. Zudem ging ich davon aus, dass sich dann die Kilometerleistung für jedes Motorrad halbieren würde und ich quasi für alle Zeiten eine funktionierende Jota zur Verfügung hätte.

LCS-Redaktion: Dann hast Du diese zweite Jota also hereingezogen?

Ruedi T.: Ich bin dieses Motorrad anschauen gegangen, aber der Besitzer und ich wurden uns über den Preis nicht einig. Diese Chicco-Jota ist mir aber einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ein halbes Jahr später bezahlte ich dem Verkäufer halt wohl oder übel den Preis, den er forderte. Aber bereut habe ich den Kauf nie. In der Zwischenzeit haben beide Jotas über 100'000 km auf dem Buckel und beide sind in einem guten Zustand. Übrigens, am IMCS/LCS Treffen 2006 in Zäziwil wurde meine Chicco-Jota zum schönsten Motorrad gewählt!

LCS-Redaktion: Herzliche Gratulation! Beide Jotas über 100'000 km, eine ganz schöne Kilometerleistung! Ruedi, erzähl doch bitte mal etwas über Deine grösseren Motorradtouren!

Ruedi T.: Mit den Jotas habe ich mehrere grössere Touren gemacht, zum Teil alleine, aber natürlich am liebsten in Gruppen mit dem LCS. So war ich beispielsweise London, in Wien, mehrmals in den Dolomiten, in den Französischen Alpen, auf der Isle of Man, in Monthlery, an den Treffen von W. Werndl in Simbach und Kirchdorf am Inn und natürlich mehrmals in Breganze, wie es sich für einen echten Laverdisto gehört. Häufig bin ich auch mit Thomas A. unterwegs, aber der zieht einfach etwas zu wenig am Gaskabel, so dass ich manchmal fast einschlafe im Sattel! (Anmerkung der Redaktion: er lacht laut heraus)

LCS Redaktion: Im Jahre 2001 hast Du eine 750 Formula gekauft, sozusagen vom "Alteisen" zur Hightech!

Ruedi T.: Als sich mit dem Verkauf von LAVERDA an Aprilia abzeichnete, dass die Zane-Modelle wahrscheinlich die letzten echten (oder vielleicht sogar überhaupt die letzten!) LAVERDAs sind, habe ich mich entschlossen, eine Formula zu kaufen (Anmerkung der Redaktion: seine Stimme tönt traurig und er wischt sich eine Träne aus den Augen). Aber sonst halte ich von Hightech wie Computer und Natel gar nicht viel!

LCS-Redaktion: Wie bist Du mit den Fahrleistungen der Formula zufrieden?

Ruedi T. (Originalton in breitem Baslerdeutsch): Nid schlächt, d’Hindernis chömmet dr uf jedä Fall schnäll entgägä!

LCS-Redaktion: Lieber Ruedi, wir wünschen Dir weiterhin gute Fahrt und viel Freude mit Deinen LAVERDAs und danken Dir herzlich für dieses Interview!

LCS-Redaktion: T. Amiet