September/Oktober 2006

LAVERDA 1000 RGS Corsa

Laverda 1000 RGS Corsa von Oscar Banz

Meine Motorrad-Karriere begann im zarten Alter von 18 Jahren mit einer eher ungewöhnlichen Vespa. Denn die hatte 181 cm3 und wurde in die Versicherungskategorie 175 bis 250 cm3 eingeteilt, was natürlich eine höhere Versicherungsprämie bedeutete. Aber ich konnte sie für Fr. 300.- erstehen, so glich sich das wieder aus.
Nach der Lehre musste was Grösseres her, und so kaufte ich 1974 eine alte BMW R60/5. Leider! Denn diese Gummikuh hatte so viele Mängel, dass sie mich in den Ruin trieb. Irgendwie gelang es mir später, sie zu verkaufen, und mein Bankkonto erholte sich langsam wieder.
Also ein eher bescheidener und ernüchternder Beginn der Motorradleidenschaft. In der RS traf ich dann einen Gleichgesinnten, der mit einer Honda CB 250 herumkurvte. Sein Traum war eine - Laverda! Wir machten uns den Spass, die ultimative Laverda zu zeichnen (man hatte ja viel Müssiggang in der RS). Mit immer grösserem Motor! Und da wir beide beabsichtigten, die Funkerschule in Bern zu besuchen und anschliessend als Funker zur See zu fahren, zeichneten wir am Schluss einen riesigen Sulzermotor, 8 Zylinder, 1 Meter Hub, 2 BBC - Turbolader, ca. 18'000 PS bei 100 U/min, usw. Dazu als Anhängsel zwei Räder und ein Lenker. Fertig war die Traumlaverda. Wenn das der Massimo gesehen hätte…

Danach ging es also ab aufs Schiff, und meine Motorradleidenschaft musste ich mit dem tagtäglichen Poltern, Wummern und Vibrieren der grossen Schiffdieseln stillen. Immerhin, man merkte, dass da ein Explosionsmotor am Werken war. Erste Annäherungen an Laverda.
Bei einem Landurlaub in 1984 hielt ich es nicht mehr ohne Töff aus. Aber was für eine?? BMW fiel aus den Rängen, da wollte ich mir nicht noch einmal die Finger verbrennen. Und eine Reisschüssel kam nicht in Frage. Triumph gab es noch nicht wieder, und Ducati war mir zu teuer.
Da erinnerte ich mich wieder meines Kollegen aus der RS. LAVERDA! Es gab kein Internet, aber irgendwie fand ich den Hansruedi Möri. Ich wohnte zum Glück in der Nähe von Kallnach, und so wurden wir schnell handelseinig und ich kaufte eine Jota. Ich fühlte mich sofort wie auf dem Schiff, wegen den Vibrationen und so! Bei jedem Landurlaub wurde die Jota wieder hervorgeholt und tüchtig gefahren.
Vier Jahre später hörte dann die Seefahrt auf, und zur Feier meiner Rückkehr zu den Landratten wollte ich mir was leisten. Als ich im Herbst meine Jota zum Hansruedi brachte für Service und Überwinterung, bot er mir die schwarze Lady an. Ich war sofort Feuer und Flamme! So ein Ding hatte ich noch nie gesehen. Im Frühling 1989 begann dann eine wundervolle Zeit, die bis heute andauert! Ich kaufte sie 2-jährig mit 30'000 km, und heute bin ich bei 67'000 km. Anfangs fuhr ich noch recht viel, aber Beruf und Familie nahmen immer mehr Zeit in Anspruch.
Sie hat mich sehr selten im Stich gelassen. Sie ruckelte wie wild um 3'000 U/min, aber der Einbau einer DMC-Zündung behob das. Später begann dann der Motor, Unmengen von Öl zu verbrauchen. Der Verdacht war ein gebrochener Ölabstreifring. Ich zögerte eine Revision hinaus, und das Glück wollte, dass Whisky einen RGS-Motor zum Verkauf feilbot. Ich zögerte nicht lange, und bald schlug wieder ein gesundes Herz in meiner black lady. Lange Zeit wusste ich gar nicht, was für ein seltenes Moped ich da fuhr. Erst als ich auf den LCS aufmerksam wurde und mehr über die Geschichte von Laverda lernte, erfuhr ich, dass nur gerade 200 Corsa gebaut wurden.

Jetzt war ich schon 3 Mal in Anneau du Rhin, und es macht wirklich Spass, dieses alte Schlachtross um die Kurven zu hetzen. Natürlich schwirren die Yamakawasukies wie wilde Wespen um mich herum, aber mein Sound ist besser!!
 


Kraft-Werk!


Italo-Design!


 Schalt-Zentrale

 Front-Linie

Black is beautiful