Juli/August 2006

LAVERDA 1000 3CL

Laverda 3CL von Urs Haberstich

Es ist schon fast 30 Jahre her, als meine 1000 3CL über den damaligen Importeur Roland Borel in die Schweiz kam. Im März 1977 wurde sie dann von Fritz Steger gekauft und zum ersten Mal auf der Strasse zugelassen. Ich selber hatte damals noch nicht die geringste Ahnung, wie schön Motorradfahren überhaupt sein kann – obwohl ich damals schon fleissig Töffbildli von Pannini gekauft und ins Album geklebt habe (Laverda war damals natürlich auch mit von der Partie).

Viele Jahre danach, genau gesagt im Jahre 1993, machten Peter Keller mit seiner Jota und ich mit meiner ersten Laverda 750 SF3 eine Schottland-Tour. Leider brachten wir mein Teil in Folge eines kapitalen Motorschadens nicht mehr nach Hause. Im November 93, als wir das Ding dann totalrevidiert wieder bei Slater in Bromyard (Herefordshire) abholen konnten, war dann die Freude wieder ungebrochen – aber schon auf dem Nachhauseweg von England verabschiedete der Freilauf und ich stand schon wieder an Strassenrand... Dass war dann doch des Guten zuviel und ich wollte das Ding endgültig loswerden. So vereinbarte ich mit Peter einen Deal: Er bekam von mir die revidierte SF3 und ich erhielt dafür eine schöne 1000 3CL von Walti Steiner. Und der Zufall wollte es so: genau diese 3CL hat Fritz im Jahre 77 gekauft.
 




 

Umbau auf die DMC-Zündung
(unter der oberen Alu-Platte liegt das
Steuergerät, das Ding auf der Seite
mit den Lamellen ist der Spannungs-
begrenzer)



Später einmal, an einem LCS-Treffen erzählte mir Fritz noch weitere Episoden aus dem Leben meiner 3CL. Er hatte auch einmal einen groben Unfall, so dass der Rahmen ersetzt werden musste und weil gerade nur ein 12er Rahmen auf die Schnelle organisiert werden konnte, wurde halt dieser mitsamt dem entsprechenden Tank verbaut.

Ich fuhr dann etliche Jahre und hatte stets grosse Freude an diesem wirklich zuverlässigen Töff – bis ich im Juli 2000 bei der MFK vor dem Experten stand: "Dieses Motorrad muss hinten mit einer Trommelbremse ausgestattet sein und kann so nicht abgenommen werden!". Ich konnte die Welt nicht mehr verstehen. Nach einem eingehenden und fachlichen Gespräch mit dem Beamten sah dieser aber auch ein, dass hier offensichtlich ein Irrtum vorliegen musste: Im Fahrzeugausweis wurde bei der 1. Inverkehrssetzung fälschlicherweise der Typenschein vom 3C (mit Trommelbremsen und Speichenrädern) eingetragen! Wir waren uns einig, dass dieser Fehler behoben werden musste, aber wie am einfachsten? Natürlich mit der Hilfe von Hansruedi Möri! Bei einem Besuch in Kallnach händigte er mir freundlicherweise alle notwendigen Unterlagen und eine schriftliche Bescheinigung für die MFK aus und die ganze Sache wurde anstandslos richtiggestellt.

Im Jahre 2004 meldete sich altershalber noch die originale Bosch-Zündung ab, welche ich durch eine DMC von Witt ersetzt habe. Seitdem kann ich mit meiner 3CL wieder ungetrübt durch die Gegend brausen.