Mai/Juni 2006

Laverda 750 SF1, Jahrgang 1973

Zu der 750er kam ich wirklich wie die Jungfrau zum Kind: Louis Metzger hat 1990 drei Stück in Italien gekauft und mir eine davon angeboten. Der Hinweis, dass Laverda auch Landmaschinen herstellt, haben mich sicher auch beeinflusst, gelten doch die im Allgemeinen als sehr robust. Ich sagte einfach mal ja und schon war ich stolzer Besitzer dieses Motorrades. Als Zwanzigjähriger geht vieles schneller von der Hand......

Da das gute Stück doch ziemlich mitgenommen aussah, war mir schnell klar, dass ich sie restaurieren wollte. Mit meiner langjährigen Erfahrung im Mofabasteln und der Ausbildung zum Mechaniker konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen......
Das Fahrgestell wurde sandgestrahlt und pulverbeschichtet. Die Räder habe ich ausgespeicht, die Felgen und Naben poliert und dann neu einspeichen lassen. Der Kettenschutz und andere verchromte Teile gab ich in eine Galvanik zum neu verchromen. Der Motor bekam neue Kolbenringe, eine neue Primärkette und Kupplung und die Gehäusedeckel wurden ebenfalls poliert. Das schönste war, das Motorrad wieder zusammenzubauen mit all den aufgearbeiteten Teilen. Heinz Hof hat mir dann noch die ganze Elektrik neu verkabelt.
Und so konnte ich die Laverda endlich vorführen und mit ihr die grosse Töffprüfung machen. Was mir an der 750er gefällt ist ihre Robustheit und der extrem startwillige Motor. An die Vibrationen gewöhnt man sich.....

2000 habe ich mir den Motor noch mal vorgenommen und neue Kolben und Ventile eingebaut. Auch die Kupplung und die Primärkette habe ich wieder ersetzt. Das Motorrad befindet sich in nahezu originalem Zustand, ausser der vorderen Lampe, die stammt von einer Guzzi. Die originale CEV Lampe hat es leider auseinandervibiert....
Speziell am Motor sind die angepassten und polierten Ein und Auslasskanäle. Dass muss von einem Fachmann, noch vor meiner Zeit in Italien gemacht worden sein, da der Motor für eine SF 1 wirklich sehr gut läuft, auch mit originaler Ventilgrösse und Kolben. Dies kann der LCS Präsi Urs bestätigen, war er doch nach einer Probefahrt, anlässlich einer Ausfahrt nach Breganze, doch recht begeistert von der Art und Weise, wie sich die SF über verwinkelte Bergstrassen treiben liess! Einzig die Schellen am Auspuff montiere ich seit diesem Fahrzeugtausch mit der Schraube gegen oben. Selber durfte ich dann die Power seiner 120° Jota testen, welche mir auch sehr gut gefallen hat.

Am Anfang bin ich viele Jahre ohne den Sammler unter dem Motor gefahren. Es mag sein dass der Motor in hohen Drehzahlen ein paar PS mehr hat. Mit dem Sammler ist der Durchzug in unteren Drehzahlen aber einiges besser und sie ist ein bisschen leiser. Mittlerweile hat die Laverda sogar den Veteraneneintrag bekommen. Der Experte hat mich aber darauf aufmerksam gemacht, dass normalerweise nur Fahrzeuge diesen Eintrag bekommen, wenn nirgendwo Rost vorhanden ist. Er drücke nun ein Auge zu, da ja ZWEI Speichen doch etwas Flugrost hätten!!!!

Markus Schätti

 


einfach ein herrlicher Klassiker, auch heute noch für problemloses Reisen geeignet


klare Linien, funktionelle Technik, aufgeräumt


kleine Auspufftöpfe, dafür voluminöses Verbindungsrohr unter dem Motor


..sie wartet auf die nächste Tour!