Kurzbericht: LAVERDA-Treffen in Simbach am Inn

Autoren  
Thomas Amiet
Urs Hunkeler
Kurzbericht: LAVERDA-Treffen in Simbach am Inn
vom 18. – 20. Juli 2003

Der LCS-Vorstand hatte beschlossen, im Jahre 2003 auf ein eigenes Laverda-Treffen in der Schweiz zu verzichten und sich dafür dem internationalen Laverda-Treffen von Willi Werndl in Simbach am Inn anzuschliessen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die etwas längere Anfahrt nach Simbach in Südostbayern hatte sich in jeder Hinsicht gelohnt. Mindestens die Leute, die Freitag oder Samstag angereist waren, hatten tolles Wetter. Auch während des Treffens war uns Petrus gut gesinnt und bescherte uns nur eitel Sonnenschein. Am offiziellen Treffpunkt für die gemeinsame Anfahrt in Au, trafen sich leider nur spärliche 6 LCS’ler, dafür aber alle mit Laverda. Pünktlich wurde die Reise durch einen Teil des Bregenzer-Waldes, den Hochtannbergpass, Reutte, Ammersattel, Oberau, Bad Tölz und Chiemsee nach Simbach unter die Räder genommen. Beim Mittagshalt in Bad Tölz wurden wir von einer Schweizer Serviertochter bedient, was eher etwas ungewöhnlich war. Das typische bayrische Mittagessen mundete allen recht gut. So um 14 Uhr ging die Reise weiter, alles in allem, eine schöne, sehr attraktive und abwechslungsreiche Strecke. Mit einigen Nachzüglern welche am Samstag anreisten konnte der LCS dann doch noch eine über 20-Köpfige Delegation stellen. Es ist aber wirklich sehr schade, dass sich nicht mehr LCS’ler überzeugen liessen, das Meeting zu besuchen. Platz hatten wir vorsorglich genügend reserviert und auch die 8 Euro Einschreibegebühr wurde vom LCS übernommen. Woran es gelegen hat ist nicht klar, das Wetter hätte besser nicht sein können. Die ca. 750 km lange Tour war für keine Laverda zu hart; jedenfalls hatte Lukas Tanner bewiesen, dass sie auch mit einer 125-er zu schaffen war. Wir meinen, dass der Engpass, respektive der Hinderungsgrund wohl eher in den Köpfen zu finden ist.

Wahrscheinlich wegen des ausserordentlich schönen, stabilen Wetters, waren aber sonst wohl einige Laverdisti mehr angereist, als unser Gastgeber Willi Werndl erwartete. Jedenfalls war er ziemlich im Stress, hatte viel um die Ohren und die Helfer hatten alle Hände voll zu tun, für die vielen Gäste genügend Ess- und Trinkwaren heranzuschaffen. Von der kulinarischen Seite wurden wir ebenfalls verwöhnt: am Freitagabend konnte man sich an einem wunderschönen Buffet mit verschiedenen Salaten und mehreren Sorten Fleisch und Käse bedienen. Am Samstagabend war eine Grillade mit Salat angesagt. Dies alles zu ganz humanen Preisen, wie sie in der Schweiz wohl nicht zu realisieren wären.

Nach Schätzungen waren ca. 300 Leute und über die drei Tage mehr als 150 Laverda’s anwesend. Viele liebevoll gepflegt und einige davon auch aufwendig umgebaut und nach Wünschen der Besitzer angepasst. Neben den vielen Laverdas aus ganz Europa konnten auch mehrere Rennmaschinen vom Team Werndl und aus Holland bewundert werden. Als „Specialguest“ waren Piero Laverda und Giuseppe Andrighetto, ein vielen bekannter Laverda-Mechaniker aus Breganze angereist. Sie brachten unter anderem auch die legendäre Sechszylinder-Rennmaschine mit, von welcher man (leider nur) akustische Kostproben bekam. Diese Maschine war ständig dermassen umringt, dass man kaum in der Lage war, ein Foto zu schiessen. Piero Laverda schrieb geduldig Autogramme auf allerlei Gegenstände wie Bierdeckel, Poster und T-Shirts. Sogar auf einen frisch lackierten Tank einer 750er musste er seine Unterschrift platzieren. Natürlich fehlte auch der gute Gianni Radin (mit seiner etwas „gammligen“ 500er) nicht.

Am Samstag machte eine Gruppe bestehend aus Andi Gisler, Godi Benz, Ruedi Gratwohl, Helen Bolzern, Peter Fischer und Marina und Thomas Amiet einen Abstecher in das etwa 60 km entfernte Passau, um auch das Kulturelle nicht zu kurz kommen zu lassen. Von einer Schifffahrt aus auf der Donau und dem Inn konnte die schöne Altstadt von Passau bewundert werden. Auch der Besuch des barocken Doms hatte sich sehr gelohnt.

Andere bevorzugten es in Simbach zu bleiben und besuchten lieber zu Fuss das schöne Freibad, um sich etwas abzukühlen. Natürlich durfte auch eine Visite im LAVERDA-Museum von Willi nicht fehlen, hatte er doch eigens dafür einen Bus-Shuttle organisiert. In den wunderschön ausgestatteten Räumen sind fast 20 verschiedene LAVERDA’s, alle in einem hervorragenden Zustand, meist schöner als neuwertig ausgestellt. Zusätzlich fanden sich da auch noch viele schöne Fotos, ganze Motoren, und eine sehr umfangreiche komplette Sammlung an Prospekten, Literatur, Handbücher u.s.w. Eine wirklich einmalige und sehr schöne und exklusive Sammlung! Piero Laverda musste (gemäss Augenzeugen) bei diesem Anblick doch einige Tränen wegdrücken.

Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück traten die meisten die Heimfahrt an. Eine Gruppe mit Urs Hunkeler fuhr über die Schnellstrasse nach München, wo es bereits sehr heiss war, um in der Gruppe an den Ampeln zu stehen. Weiter ging es dann wieder flott über Starnberg nach Füssen wo wir die atemberaubende Kulisse der Königsschlösser, Schloss Neuschwanstein und Schwangau, geniessen konnten. Eher kein Genuss war der Imbiss in der mit vielen Touristen überlaufenen Anlage. Nach der Pause ging es weiter über Immenstadt und Oberstaufen und wieder durch den Bregenzer Wald nach St. Margrethen. Nach und nach wurde die Gruppe wieder kleiner und alle wählten eine für sie geeignete Route, um wieder nach Hause zu kommen.

Marina und Thomas Amiet fuhren via Chiemsee, Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen, Landeck in Richtung Engadin. Am Fernpass trafen sie Rudi Tanner und seinen Sohn Lukas mit einer kleinen Panne an der 125-er Laverda. Der Auspuff hatte sich losvibriert, so dass das Töffli einen Saukrach veranstaltete. Gemeinsam konnte der Schaden mit Hilfe eines an einem Weidzaun geklauten Drahtes provisorisch repariert werden. So konnte die Fahrt dann problemlos fortgesetzt werden.

Unseres Wissens sind alle LCS-ler wieder gut zu Hause angekommen.

back