Bericht: 2. Memorial Bergrennen Steckborn-Eichhölzli

Autor

.

Urs Hunkeler

Kurzbericht: 2. Memorial Bergrennen Steckborn-Eichhölzli, 25. & 26. September 2010, mit Beteiligung des LCS

Im Jahre 2007 wurde dieser Anlass zum ersten Mal durchgeführt. Arwed und ich waren damals unabhängig als Zuschauer vor Ort und waren von der Vielfalt der Fahrzeuge und Teilnehmer beeindruckt und begeistert. LAVERDA jedoch fehlte aktiv damals ganz.

Als dann im Frühling 2010 der Termin für die zweite Auflage bekannt gegeben wurde, haben wir beschlossen dafür zu sorgen, dass der Name LAVERDA bei der zweiten Auflage des Anlasses würdig vertreten wird. Daher haben wir uns informiert und gesehen, dass die 750 SFC von Arwed ideal und auch meine SF2 eigentlich gut ins Feld passen würden. So haben wir uns dann eben angemeldet.

Arwed hat seine SFC im Vorfeld gezielt wieder aktiviert und in Betrieb genommen. Der letzte aktive Auftritt der SFC war auf der Messe SwissMoto im Februar 2008. Seither stand sie wieder wohlbehütet im LAVERDA-Stübli in Dettighofen.

Eine Woche vor dem Termin hatten wir mit zusätzlichen Kollegen ein Training in Dijon gebucht. Neben der Zane 750S im Renntrimm war auch die SFC mit dabei, um das Set-Up zu überprüfen. Die SFC lief prächtig und röhrte kräftig, bei besten Wetter, auf der anspruchsvollen schnellen Rennstrecke im Burgund, so dass einem Einsatz am Bergrennen nichts im Wege stand…, ausser dem miserablen Wetterbericht für den Samstag am 25. September für die ganze Ostschweiz. Es kam auch wie angekündigt und wir waren am Samstag um 8:15 Uhr bereit, hatten die technische Abnahme geschafft. So fuhren wir die 2.6 km lange Strecke zwei Mal bei strömendem Regen von Steckborn auf den Seerücken. Man muss schon von spezieller Natur sein, um dafür auch noch zu zahlen, Zuschauer hatten sich am Samstag nur vereinzelt auf die Tribünen und entlang der Strecke eingefunden. Die Mittagspause genossen wir gemütlich bei einem feinen Essen im Gasthaus Krone. Nach dem zweiten Lauf stellten wir die Motos unter das Zelt und fuhren zum Aufwärmen und Trocknen nach Hause.

Am Sonntag Morgen, bei kühlem aber trockenem Wetter, mit sogar teilweise blauem Himmel, holte ich Arwed kurz nach 8 Uhr zu Hause ab und wir begaben uns wieder zum Fahrerlager direkt beim Bahnhof Steckborn. Hier war dann schon bald wieder reger Betrieb, ein ähnlich verrückter BMW 100RS Fahrer aus der gleichen Gruppe hatte ebenfalls unser Zelt als Unterstand benutzt. Bald besuchten uns auch noch Kollegen vom IMCS auf ihrer Herbstausfahrt, wo sie in Stein am Rhein übernachteten. Die waren trotz widerlichem Wetter mit etwa 10 Motos auf die Ausfahrt gegangen. So um 10 Uhr machten wir uns auf den ersten Lauf. Es war teilweise noch nass und die schönen Oldtimer-Autos vom Corso waren nicht alle dicht und haben die Strecke teils etwas verölt. Daher fuhren wir noch etwas gehemmt. Teils fühlte es sich an, als würde man mit einem Plattfuss fahren. Über den Mittag begaben wir uns zu Fuss auch noch auf die Zuschauerränge, um die wunderschönen Fahrzeuge auch noch während der Fahrt zu sehen.

So um 13:15 Uhr wurde es wieder laut im Fahrerlager und überall wurden die Fahrzeuge wieder angewärmt. Die machten doch tüchtig Lärm, oder eben richtig Musik. Neben uns stand das Zelt des "Green Frog Racing Team" mit einer grünen überarbeiteten Honda 350, welche mit Gabel und Bremsen einer Kawa 650 komplettiert wurde. Wir haben ja gar nichts gegen die Grünen, solange Kawasaki, oder eben auch Honda draufsteht. Diese war wirklich extrem laut und lief aber doch sauber. Wobei durch die extreme Bearbeitung des Kopfes wohl die Haltbarkeit gelitten hatte. Nach rund 30 Betriebsstunden wollte dann ein Pleuel an die frische Luft und durchstiess kurzer Hand das Kurbelgehäuse. Beim Start dauerte es beim zweiten Lauf etwas länger, da auch ein anderes Fahrzeug auf der Strecke ausgefallen war und das Öl sauber gebunden werden musste. Dann ging es endlich zum zweiten Lauf und alle gaben ihr Bestes, aber ohne leichtsinnig zu werden, sind Sturzräume, hier doch eigentlich gar nicht vorhanden, so könnten gröbere Fehler doch tragisch enden. Arwed gelang ein sehr guter Lauf, er fuhr in unserer Gruppe die zweitschnellste Zeit. Da die Wertung selber auf Gleichmässigkeit läuft, ergab dies aber leider eben keine gute Platzierung, war er doch 10 s schneller als beim ersten Lauf. Ich selber hatte wieder Probleme mit einer sehr unruhigen Hinterrad, der vermutete Plattfuss erwies sich jedoch als gelöste hintere Radachse, wie ich im Ziel feststellte. Mit dem Bordwerkzeug der BMW RS wurde dies gleich wieder behoben, so dass ich auch ohne Probleme wieder zurückfahren konnte. Hier wurden wir nun von vollen Zuschauerrängen mit viel Applaus belohnt.

Hier geht's zur Rangliste

Mit einem feinen Waldhaus-Bier stiessen wir auf den zweiten tollen Tag an. Die Motos wurden wieder verladen und noch ein wenig "Benzin" mit gleichgesinnten geredet. Nach der offiziellen Rangverkündigung haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Es war ein toller Anlass und LAVERDA war in diesem rund 80 Motorräder umfassenden Feld auch würdig vertreten. Sicher haben die Teilnehmer vom FHRM (Freunde historischer Rennmotorräder) speziell von der orangen SFC von Arwed Notiz genommen und es gibt welche die hoffen, dass er nicht gleich in der Serie startet und sich bei den schnellen einnistet!

back