Kurzbericht: Ducati Speedweek 2002

Autor .
Christian Meier
Urs Hunkeler
Bericht Ducati Speed Week 2002

Vom 24. bis 28. Juli fand die traditionelle "Ducati Speed Week" auf dem A1-Ring in der Steiermark (Oesterreich) statt. Der LCS war prominent vertreten, der Präsi, sein Vizepräsi sowie Neumitglied Willi Werndl nahmen wie bereits letztes Jahr teil. Willi Werndl dürfte den Teilnehmern des Dolomiten-Happenings mittlerweile ein Begriff sein: er betreibt in Simbach (Bayern) ein Laverda-Museum mit mehr als 25 Laverda-Modellen. Einige Schmuckstücke setzt er und sein "Team Werndl" an Classic-Rennen ein.

Dieses internationale Laverda-Rennteam brachte folgende Maschinen an die Speed Week:
- Laverda 750 Formula 1999 Urs Hunkeler
- Laverda 750 Endurance 2000 Willi Werndl
- Laverda 750 Sport 1999 Willi Werndl
- Laverda 1000 Endurance Replica 1974 Christian Meier
- Laverda 750 SFC Replica 1973 Willi Werndl
- Laverda 750 SFC Replica 1973 Willi Werndl
Urs Hunkeler brachte zusätzlich seinen mittlerweile fragilen Eigenbau HUKLABA 912 mit bärenstarkem
Klauser-Nourish-Weslake Vierventil-Twin an den Start.

Obwohl die Ducati Speed Week eigentlich für die Ducati-Fahrer und Clubmitglieder gedacht ist, es gibt aber doch diverse Klassen, welche auch für andere Fabrikate offen sind, (Voraussetzung alle Klassen 4-Takter):
Klasse A Historische Einzylinder (1957-1974)
Klasse F Classic Battle of Twins and Triples (1971-1985)
Klasse G Battle of Twins (2-Ventil-Motoren)
Klasse H Pro Twins (keine Einschränkung der Ventilanzahl)
Klasse J Open (keine Einschränkung von Hubraum und Zylinderzahl)
Klasse M Supersport (600 Vierzylinder, 750 Zweizylinder)

Der Mittwoch dient der Anreise sowie der technischen Abnahme (rund 200 teilnehmende Motorräder!) sowie als freies Training, welches aber sep. zu bezahlen ist. Der Donnerstag ist für Trainingsläufe vorgesehen, am Freitag sind Zeittrainings sowie Samstag und Sonntag die Rennen. Das Fahrerlager und die Boxenstrasse bieten in dieser Zeit reinrassige Rennatmosphäre, ab Freitag auch zunehmend von nicht sehr vielen Zuschauern bevölkert. Leider sind alle Attraktionen von den Teilnehmern organisiert, der Veranstalter (Motoclub Aquile Desmo aus Florenz) hielt sich vornehm zurück, das Festzelt samt Country- und Rock-Bands aus den vergangenen Jahren ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Es wurde lieber Christian Pfeiffer als Stunt- und Showfahrer engagiert, welcher zu besten Trainings und Rennzeiten die Start-Zielgerades des Kurses für sich hatte. Damit war es den Freunden und Kollegen des Reifendienstes Artbauer möglich, ihre Ferraris, und andere Sportwagen zu testen.
(mehr dazu im offenen Brief an den Veranstalter) Link

Vor den Resultaten zuerst etwas zur Performance der Laverda-Motorräder:

1. Je weniger Eingriffe in die von Laverda vorgesehene Technik vorgenommen werden, umso besser ist die Standfestigkeit (alle Experimente, die allenfalls 20 Mehr-PS auftreiben, nützen nichts, wenn das Motorrad schon während des Trainings den Geist aufgibt!).

2. Die Strecke fordert die Maschinen, es muss dreimal maximal beschleunigt und anschliessend voll zusammengebremst werden, daher ist das Leistungsgewicht extrem ausschlaggebend: leicht und stark müssen die Maschinen sein. Das Motorgewicht der Laverda Zwei- und Dreizylinder setzt hier Limiten: 200 kg gegenüber 120...130 kg der besten Motorräder führt zu rund 20 sec höheren Rundenzeiten! Ob der Unterschied von 110 kg (Präsi) zu 71 kg (Vizepräsi) ebenfalls die Rundenzeiten beeinflusst, konnte nicht schlüssig geklärt werden.

3. Reifen und Schräglagenfreiheit sind zwar wichtig (Slicks und moderne Fahrweise bringen rund 10 Sekunden bessere Rundenzeiten gegenüber den "Wienerli" der 70er Jahre) aber nicht allein Match-entscheidend.

In der typischen "Laverda-Klasse" (Classic Battle of Twins and Triples, F 18 Teiln. am Start) waren die Resultate:
Name Fahrzeug Gesch.Durchschn. Bemerkungen
1. Andreas Frose Moto Guzzi 127.12 km/h (Spezialfahrwerk, Slicks)
2. Olli Oltmanns Laverda 1175 126.56 km/h (Spezialfahrwerk, Slicks)
3. Ralf Wobker Moto Guzzi 126.11 km/h (Spezialfahrwerk, Slicks)
4. Francesco Greggio Laverda 1000 126.06 km/h (Spezialfahrwerk, Slicks)
11. Christian Meier Laverda 1000 108.57 km/h
12. Willi Werndl Laverda 750 108.45 km/h
ausgeschieden:
Urs Hunkeler HUKLABRA 912 112.91 km/h (Slicks)
Motorenprobleme in der zweitletzten Runde

In der Klasse für die moderneren Laverdas (Supersport, M 32 Teiln. am Start) waren die Resultate:
Name Fahrzeug schnellste Runde
1. Heribert Braunbart Ducati 748R 1:41.809
2. Max Boldrin Ducati 748R 1:43.083
3. Ivan Darofalo Yamaha R6 1:43.332
4. Christian Windischberger Ducati 748 SP 1:43.162
24. Willi Werndl Laverda 750SS 1:56.219
25. Urs Hunkeler Laverda 750SForm 1:57.565

Wobei fachkundige Ohren meinten, dass die beiden erstplatzierten Ducatis einen sehr sonoren, tiefen Sound hatten für 750'ger. Der Akustik nach würde man viel eher auf Ducati 996 schliessen, deren Motor ja mechanisch auch praktisch, identisch ist.

Die Speedweek ging für das Laverda Rennteam ohne grössere Probleme über die Runden. Um vorne mitzuhalten ist aber doch noch einiges mehr an Training und Erfahrung nötig. Dies spielt aber eigentlich keine Rolle, geht es doch an diesen Veranstaltungen nicht einmal um die "goldene Annanas" !
Das wichtigste ist man hat Spass daran und das hatten wir! Ein wenig stolz sind wir aber auf die vielen Besucher, welche unsere Maschinen bestaunten. Viele meinen Sie hätten gar nicht gewusst, dass Laverda so schöne Bikes gebaut hätte!

Autoren:
Christian Meier
Urs Hunkeler

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